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Automixer

aka "Automated Audio Angel"

Team: capo (maintainer), erictronic

in Kooperation mit dem benachbarten ArTik-Tonstudio nicht mehr benachbart, da wir aus dem ArTik raus sind. Wo das Tonstudio unterkommt, ist derzeit ungewiss

Projektbeschreibung

Wir haben einen gebrauchten professionellen (NP>2000€) Auto-Mixer Clearone XAP-400 günstig erworben und möbeln den wieder auf.

Das Gerät soll dafür eingesetzt werden, bei Veranstaltungs-Aufzeichnungen mit mehreren Mikrofonen regelbasiert oder manuell gesteuert verschiedene Presets zu fahren (Redner-only, Redner+Audioplayer, Diskussion im Saal). Bei schlauer Programmierung der Presets kann das Gerät von jedem bedient werden (zB. 3 Buttons und ein Volume), d.h. die Signalqualität ist reproduzierbar hoch mit gutem Pegel und wenig Störgeräuschen, ohne das jemand mit ausgeprägten Tontechnik-Skills dabei sein muss. Ziel des „Automated Audio-Angel“ Ansatzes ist es, auf den Chaos-nahen, aber für unsere Zwecke zu teuren Postprocessing-Dienst Auphonic verzichten zu können ohne hörbare Abstriche an der Audioqualität.

Das Projekt ist Teil unseres Gesamtkonzepts zur Video-Produktion

Status

Done

  • Anschlussfeld 1HE angebaut mit diversen Standard-Buchsen.
  • Bessere (leisere) Kühlung, Ersatz des jaulenden Lüfters
  • Firmware auf letzen Stand gebracht
  • Begutachtung der Gesamtfunktionalität mittels GUI
  • kritische Kommandos wie „Phantom an/aus“, Gain, Delay, Preset-Handler angetestet
  • Identifikation der Hitzenester unter Last
  • Praxistest bei der HacknPlay 3 ? beim 32C3 (1 Mikro, Audio-Verstärker, POTS-Adapter)
  • Praktikables Preset für SM58 (Redner) und Shure MX393C (Questions)

ToDo

  • Umlenkung des Luftstroms für den vorgesehenen Einbau
    • in einem evtl. noch zu beschaffenden Rackbag (2HE, frontaccess )
    • soll später 1HE im Rednerpult des Projekts Talkrecorder belegen
  • Anschlussfeld ergänzen (Telefon, Lautsprecher, Trigger, remote control)
  • Praktikable Presets für weitere Mikrofone finden (Projekt Diffusfeld-Mikrofon)
  • Praxistest bei der HacknPlay 3 ? bei einem der nächsten Chaostalks
  • Skripting zur Fernsteuerung via RS232, mitschnitt der GUI-IO

Hackvalue:

  • Profess.Signalverarbeitung erspart uns jeglichen AnalogCircuit Selbstbau-Ärger.
  • Programmierbar und total-recall fähig wie ein amtliches Digitalpult.
  • Reichhaltige Signal-Prozessor-Funktionalität, die typische Mängel in der Audioqualität vermeiden hilft.
  • Dokumentierte Standardschnittstellen (Ausnahme: Expansion Bus zur Kaskadierung mehrerer XAP-Units)
  • Highlevel fernsteuerbar via script über RS.232

Interfaces

RS232: Es gibt nur eine Windows(XP-)software als Programmiers-GUI. :-x Diese schickt aber nur Kommandos über RS232 an das Gerät 8-). In Konferenzräumen kommen die Kommandos meist von Mediensteuersystemen (Crestron, AMX) Zumindest die Umschaltung vorher programmierter Presets wäre schnell zu machen. GPIO: Einige Sensoren-Aktoren, erlauben es, Programmfunktionen mit GPIO zu triggern bzw Zustände zu signalisieren.

Dislikes

Hat die in der Audiotechnik übliche A/D <myJob> D/A Architektur. Leider kein standardisiertes digitales Audio Signal (wie zB AES-EBU) abgreifbar. Es gibt aber einen undokumentierten seriellen Digitalbus zur Vernetzung mehrerer Geräte gleichen Typs. So kommt hinten halt wieder analoges Audio raus, das man mit einem geeigneten AV-Grabber in HDMI oder SDI embedden muss.

Die langfristige Verfügbarkeit ist nicht gesichert. Irgendwann muss die Entscheidung getroffen werden, ob wir Restbestände aufkaufen und wie das zu finanzieren ist.

Erfa-Relevanz

Viele Erfas, die sich mit dem Aufzeichnen von Vorträgen etc. versuchen, dürften als erstes über die hohen Anforderungen an das Audiosignal stolpern, was je nach Raumakustik eine erhebliche Challenge sein kann. Oft kann man sich nur minimale Audio-Hardware leisten oder hat leihweise Gerätschaften zur Verfügung, die auf Bedienung mit Tontechnik-Skills hin entwickelt ist. Unser Ansatz kann eine konstant hohe Qualität bei einfacher Bedienung liefern, indem man die Tontechnik-Skills in die Programmierung steckt und danach nur noch abruft.

Eine Ansteuerung des Audio-Signalprozessors durch Software-Videomischer wie Voctomix könnte später optional Sinn machen.

Entscheidend für eine Weiterverwertung durch andere Erfas ist, dass wir das Projekt abschließen, solange die Hardware noch gut zu kriegen ist. Die XAP-Serie war bisher (2014-2015) gut gebraucht (in unserem Fall per US-Ebay) zu kriegen, da das Modell beim Hersteller EOL/EOS ist, die XP-GUI längst nicht mehr tragbar ist, und da der Hersteller allen registrierten Kunden die Folgegeneration günstig anbietet, ohne die alte Hardware einzufordern.

Bonus

Das Gerät wurde entwickelt für den Einsatz in High-end Videokonferenzräumen. Es hat für dieses Einsatzgebiet einige ansonsten selten anzutreffende Baugruppen wie z.B. kanalweise Akustik-Echo-Unterdrückung und rückwirkungsfreie Anbindung eines analog-Telefons. Dies wäre zB interessant, um externe Gäste zuzuschalten (Hörertelefon, remote talks) oder mehrere Hackspaces miteinander zu verbinden. Dies könnte für „Congress Everywhere“ neue Optionen schaffen, was für uns derzeit niedrige Priorität hat, aber möglicherweise für die Chaosfamilie ein wertvoller Beitrag sein kann.

projekte/automixer.txt · Zuletzt geändert: 2016/01/19 19:14 von protagonist