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Freifunk - freies Internet für alle

jetzt auch in Freiburg

Freifunk-Logo

Freies Internet für alle, unabhängig von einem kommerziellem Anbieter, fordert der Chaos Computer Club Freiburg (CCCFr) anlässlich der anstehenden Neuausschreibung der Freiburger Werbeflächen und geht mit guten Beispiel voran.

In mehreren Städten gibt es sie bereits. Die sogenannten Freifunk Communities. Menschen stellen WLAN-Router (Zugangspunkte) auf und stellen sie für den Datentransfer der Allgemeinheit zur Verfügung. Router, die sich in Reichweite befinden, verbinden sich untereinander und sobald mindestens einer ebenfalls seinen Internetzugang zur Verfügung stellt, kann dies auch jeder nutzen. Communities gibt es in großen Städten wie beispielsweise Hamburg und Berlin, und auch in kleinen wie beispielsweise Weimar. In Freiburg startet jetzt ebenfalls solch eine Community. Der CCCFr hat in den letzten Wochen die Bedingungen zum Betrieb der Freiburger Community geschaffen. In der nächsten Woche wird der Betrieb von WLAN-Routern rund um das Gebiet des Siegesdenkmals aufgenommen. Jeder, der sich in Reichweite befindet, kann sich im Netzwerk freiburg.freifunk.net anmelden und lossurfen. Wer die Community unterstützen möchte, kann sich gegen eine kleine Gebühr von 20 EUR einen Router beim CCCFr abholen. Zum Betrieb ist lediglich eine Steckdose nötig. Sofern noch keine Freifunk-Freiburg-WLAN-Router mit Internetzugang in Reichweite sind, benötigt man dazu noch seinen eigenen Interanschluss. Zum Schutz der Betreiber von WLAN-Routern mit Internetanbindung werden die Daten zu einem Server des CCCFr getunnelt. Auf diese Weise sollen langfristig möglichst weite Teile Freiburgs mit flächendeckendem WLAN- und Internetzugang versorgt werden. Wünschenswert wäre es dabei natürlich, wenn auch die Stadt eine solche unabhängige und technisch lange erprobte Initiative unsterstützen würde. Danach sieht es zur Zeit allerdings leider nicht aus.

Am Dienstag, den 25. März 2014, soll der Gemeinderat der Verwaltung einer Vorlage zustimmen, in der die Werbeflächen an Warte- und Toilettenhäuschen sowie auf Info- und Plakattafeln neu ausgeschrieben werden. Laut dieser Ausschreibung soll der zukünftige Vermarkter der Werbeflächen zusätzlich für ein kostenlosen WLAN in Freiburg sorgen. Mit dieser Koppelung von Werbetafel- und WLAN-Betreiber werden alternative Konzepte zum freien Zugang zum Internet praktisch verworfen. Interessenskonflikte eines potentiellen "Doppel-Betreibers" werden ignoriert. Ein Werbeflächen-Vermarkter hat bedingt durch sein Geschäft ein Interesse daran, verschiedene Daten über seine Nutzer zu sammeln, um dadurch unter anderem gezielt Werbung machen zu können. Dazu zählen auch Bewegungsprofile. Diese könnte man bereits nach einmaliger Anmeldung eines Nutzers des WLANs sammeln, da die meisten Geräte (z.B. Handy) sich automatisch wieder in das Netz einwählen, sobald der Nutzer in der Nähe ist. Ein weiteres Argument gegen einen kommerziellen Betreiber ist der häufig stark eingeschränkt angebotene Internetzugang. Es wird lediglich Web und E-Mail angeboten. Andere Dienste wie z.B. Chat oder Internet-Telefonie bleiben außen vor.

Es wäre deshalb sehr zu begrüßen, wenn in Freiburg alternative Modelle für ein freies WLAN in Betracht gezogen würden. In Weimar ist ein solches schon erfolgreich umgesetzt. Seit 2012 arbeiten Stadt und die Freifunk Community, Weimarnetz, zusammen.

Die aktuell geplante Ausschreibung lässt eine solche Kooperation nicht zu. Der Betrieb des WLANs müsste aus der Ausschreibung herausgenommen werden. Dann hätte Freiburg eine Chance, dem Beispiel von Weimar zu folgen: Zusammenarbeit von Stadt und Freifunk Community für ein unabhängiges, offenes Internet für alle.